Laut Studie: Mainzer Tourismus wächst und bringt hohe Wertschöpfung – viele Branchen profitieren

22. Januar 2019

Laut Studie: Mainzer Tourismus wächst und bringt hohe Wertschöpfung – viele Branchen profitieren

Der Tourismus boomt – weltweit. Auch für die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt Mainz ist die Tourismusbranche einer der zentralen Wirtschaftszweige, wichtiger Devisenbringer und Garant für die Sicherung von Arbeitsplätzen und Steuereinnahmen. Die ökonomischen Effekte des Tourismus für die Stadt Mainz und die involvierten Branchen wurden nun in einer Studie veröffentlicht – und zeigen ein allgemeines Wachstum in […]

Der Tourismus boomt – weltweit. Auch für die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt Mainz ist die Tourismusbranche einer der zentralen Wirtschaftszweige, wichtiger Devisenbringer und Garant für die Sicherung von Arbeitsplätzen und Steuereinnahmen. Die ökonomischen Effekte des Tourismus für die Stadt Mainz und die involvierten Branchen wurden nun in einer Studie veröffentlicht – und zeigen ein allgemeines Wachstum in Mainz sowie die hohe Relevanz der Tourismusbranche als regionaler Wirtschaftsfaktor.

Die amtliche Statistik spricht Bände: Im letzten Jahr konnten knapp 1 Mio. Übernachtungen in Mainz verzeichnet werden – die Zeichen stehen seit Jahren auf Wachstum. Hierfür sprechen u.a. auch die geplanten und teilweise bereits umgesetzten Hotelansiedlungen sowie weitere Investitionen in die Tourismus- und Kongressinfrastruktur, wie z.B. die Sanierung und der Ausbau der Rheingoldhalle sowie die Wiedereröffnung des KUZ Kulturzentrums Mainz. Die positiven Entwicklungen der letzten Jahre am Standort Mainz sind ein gutes Indiz für die hohe Relevanz dieses Wirtschaftszweigs, der einen großen Anteil an der vor Ort generierten Wertschöpfung in der Stadt und der Region besitzt. Die ökonomischen Effekte der – oft noch unterschätzten – Tourismusbranche für die Stadt und die involvierten Akteure wurde jüngst in einer von der Wirtschaftsförderung Mainz und mainzplus beauftragten Studie untersucht. Die Ergebnisse wurden nun veröffentlicht – und zeigen ein weiteres Wachstum auf.

Untersucht wurden unter anderem das Aufkommen und die Entwicklung von Tagesreisen und Übernachtungsreisen nach Mainz. Zusätzlich wurden mithilfe von Wertschöpfungsrechnungen die hierdurch entstehenden wirtschaftlichen Effekte für die Stadt Mainz und die im Tourismus tätigen Betriebe abgeleitet.

Übernachtungen und Tagesreisen nach Mainz nehmen zu

Zum einen belegt die Studie das seit Jahren kontinuierliche Wachstum der Übernachtungszahlen in Mainz: Mit nunmehr knapp 1 Mio. gewerblichen Übernachtungen kann seit 2013 ein Wachstum von 6,2 Prozent festgestellt werden – von 2009 bis 2017 sogar um knapp 34 Prozent. Zum anderen ist die Anzahl der Tagesreisen* nach Mainz, von denen insbesondere der örtliche Einzelhandel profitiert, mittlerweile auf 15 Mio. gestiegen – eine Steigerung ggü. 2013 um 5,6 Prozent. Die Zahlen belegen deutlich, dass die Stadt Mainz weiterhin an ihrer positiven Entwicklung festhält und sowohl für Privat- als auch für Geschäftsreisende sehr attraktiv ist und der Tourismus weiter wächst.
* Definition „Tagesreise“ siehe Anhang

Bruttoumsatz steigt – Gastgewerbe und Einzelhandel profitieren am stärksten.

Auf Basis der vorliegenden Zahlen und den durchschnittlichen Tagesausgaben der Besucher konnte auch der Bruttoumsatz, d.h. die in Mainz innerhalb der einzelnen Marktsegmente generierten Umsätze (inkl. MwSt.), abgeleitet werden. Insgesamt konnte in Mainz durch den Tourismus ein Bruttoumsatz in Höhe von 652 Mio. € generiert werden – eine Steigerung um 3,2 % ggü. 2013. Davon entfällt der größte Anteil auf den Tagestourismus (474 Mio. € = ca. 73 %) und der Rest auf den gewerblichen Übernachtungstourismus.
Als klassische Querschnittsbranche umfasst der Tourismus viele verwandte Wirtschaftszweige. Die nun veröffentlichen Zahlen belegen, dass vor allem der Einzelhandel (41,3 % Anteil am Gesamt-Bruttoumsatz im Übernachtungs- und Tagestourismus) und das Gastgewerbe (41,0 %) vom Tourismus profitieren.

Der Bereich „Dienstleistungen“ liegt mit einem Bruttoumsatz von ca. 115 Mio. € (= 17,7 %) dahinter, weist aber ein dynamisches Wachstum auf (= + 27,5 % ggü. 2013). Beim Blick auf die touristischen Marktsegmente wird deutlich, dass im Übernachtungstourismus insbesondere das Gastgewerbe profitiert (64,3 %), im Tagestourismus gewinnt der Einzelhandel am stärksten (48,7 % Anteil am Gesamt-Bruttoumsatz). (siehe auch beigefügte Abbildung im Anhang)

Zusammengefasst profitieren viele – direkt und indirekt involvierten – Betriebe vom Tourismus in Mainz – vom Gastgewerbe über den Einzelhandel bis zu Dienstleistern, Zulieferern, regionalen Produzenten und Handwerkern.

Tourismus bringt Steuereinnahmen, Einkommenseffekte und Arbeitsplätze

Auch die durch den Tourismus resultierenden Einkommenseffekte (Löhne, Gehälter, Gewinne usw.) bei direkt und indirekt involvierten Betrieben wurden mittels valider Wertschöpfungsquoten ermittelt. Der Einkommensbeitrag** in Mainz in Höhe von ca. 300 Mio. € ist ggü. 2013 um rund 5 Prozent gestiegen.

Hierdurch wird auch der hohe Stellenwert des Tourismus zur Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen deutlich: Der errechnete Einkommensbeitrag entspricht einem Wert von 10.380 Personen, die durch die touristische Nachfrage in Mainz ein durchschnittliches Primäreinkommen pro Kopf und Jahr beziehen könnten. Dieser weithin stabile Wert verdeutlicht, dass der Tourismus essentiell für die Bereitstellung von Arbeitsplätzen für Stadt und Region ist.

Auch die durch den Tourismus entstehenden Steuereinnahmen sind in Mainz stark ausgeprägt: Allein aus Mehrwertsteuer und Einkommensteuer resultieren 2017 ca. 60,6 Mio. € Steueraufkommen. Hinzu kommen unter anderem Grundsteuer und Gewerbesteuer bzw. weitere Gebühren-/Beitragseinnahmen und Abgaben, die in der vorliegenden Studie nicht berücksichtigt wurden.
** Definition „Einkommensbeitrag“ siehe Anhang

Zusammenfassung

Die vorgestellten Zahlen verdeutlichen aufs Neue, dass der Tourismus eine wichtige Querschnittsbranche darstellt und dabei viele Akteursgruppen mit einschließt – allen voran Unternehmen aus dem Gastgewerbe, Einzelhandel, Dienstleister, Zulieferer, regionale Produzenten und Handwerksbetriebe. Die Zeichen stehen aktuell auf Wachstum und verdeutlichen den hohen Stellenwert des Tourismus insgesamt und in Mainz im Speziellen. Erforderlich sind nun weitere Investitionen, um den Tourismusstandort Mainz langfristig zu stärken.

„Der Tourismus ist eines der wichtigsten Segmente für Mainz und die Region und dient der Sicherung zahlreicher Arbeitsplätze und der Erzielung von Steuereinnahmen. Der Übernachtungs- und Tagestourismus ist ein starker Umsatzbringer für Akteure aus verschiedenen Wirtschaftsbereichen. Auch zukünftig ist es daher immens wichtig, in diese zukunftsweisende Branche zu investieren, um den Standort Mainz weiterhin attraktiv und somit wettbewerbsfähig zu gestalten“, so Manuela Matz, Wirtschaftsdezernentin der Stadt Mainz und Aufsichtsratsvorsitzende von mainzplus CITYMARKETING.

August Moderer, Geschäftsführer von mainzplus CITYMARKETING und Vorsitzender des Tourismusfonds Mainz e.V., ergänzt: „Tourismus ist kein Selbstzweck. So ist es unser tagtägliches Bestreben, Wertschöpfung innerhalb der Stadt zu generieren und Angebote für Touristen, Bürgerinnen und Bürger zu schaffen. Insbesondere sind auch die vielen Maßnahmen und Aktivitäten im Freizeitbereich, dem Kongresswesen und dem Eventmanagement zielführend, um den Lebens-, Wohn- und Wirtschaftsstandort Mainz weiterzuentwickeln.“

Zur Methodik

Die Wertschöpfungsstudie „Wirtschaftsfaktor im Tourismus“ wird vom Beratungsunternehmen dwif-consulting durchgeführt und untersucht die ökonomischen Effekte des Tourismus und die wirtschaftliche Bedeutung für touristische Destinationen (Kommunen, Regionen, Länder). Als Basis dienen valide Grundlagenuntersuchungen zum Übernachtungs- und Tagestourismus sowie Erhebungen zum Ausgabeverhalten, Brutto- und Nettoumsätzen, Einkommenswirkungen, Beschäftigungseffekten und Steueraufkommen im deutschen Tourismus. Die Studie für den Standort Mainz wurde zuletzt 2013 beauftragt und nunmehr im Jahr 2017 fortgeschrieben. Weitere Infos: